Warum Zuverlässigkeit so wichtig ist

Zuverlässigkeit macht unser Leben leichter. Braucht es mehr Begründung?

Anscheinend, denn dieses Argument hat offensichtlich nicht genug Kraft. Die Unzuverlässigkeit grassiert. In der Arbeitswelt und auch im Privaten. Als Beleg braucht es dafür kaum Projekte wie den Berliner Flughafen, die Deutsche Bahn oder Provider für den heimischen Internetzugang. Vieles, zu vieles wird teurer als versprochen, dauert länger als versprochen oder hat schlechtere Qualität als versprochen. Große Zusagen werden nicht gehalten, kleine Zusagen werden nicht gehalten. Unzuverlässigkeit ist keine Domäne der Politik.

Es passiert uns allen. Das ist menschlich. Doch es scheint, dass der Umgang mit der Zuverlässigkeit sich in den letzten Jahrzehnten grundsätzlich verändert hat. Man kann sagen, Zuverlässigkeit sei zum Lippenbekenntnis geworden. Sie ist keine Tugend mehr, sondern jederzeit disponibel, wenn der kurzfristige und persönliche Vorteil ohne sie größer erscheinen.

Zuverlässigkeit ist eine ökonomische Größe geworden. Im Positiven, wo Zuverlässigkeit dafür sorgt, dass der Umsatz steigt. Davon haben Produzenten und Konsumenten etwas. Im Negativen aber auch, denn wo Zuverlässigkeit nicht „strafbewehrt“ eingefordert wird, fällt sie schnell unter den Tisch. Und selbst drohende Konsequenzen führen nicht immer dazu, dass zuverlässig gehandelt wird.

Die Effekte dieser Entwicklung sind überall spürbar. Unzuverlässigkeit führt zu Stress, Frust, Ärger, finanziellen Schäden, längeren Vorhabendauern – und vor allem zu Vertrauensverlust. Unzuverlässigkeit macht die Welt komplexer als nötig.

Tragisch ist, dass diese Unzuverlässigkeit oft ungewollt ist. Eigentlich möchte man zuverlässig sein – nur ist gerade etwas anderes viel wichtiger. Dann merkt man nicht, dass man dem einen gegenüber unzuverlässig wird, wenn man es dem anderen gerade recht machen will.

Das Resultat ist allerdings immer dasselbe: mindestens Enttäuschung, wenn nicht sogar finanzieller Schaden.

So funktioniert Zusammenarbeit, ja, Zusammenleben nur schwer. Für alle Beteiligten ist es mühevoll. Wer erkennen muss, unzuverlässig gewesen zu sein, empfindet Stress. Wer Opfer von Unzuverlässigkeit geworden ist, empfindet Stress.

Warum hören wir damit nicht einfach auf?

Das ist ganz simpel. Wir versprechen einfach nur noch, was wir wirklich, wirklich halten können.

Stellen Sie sich die Welt vor, in der alle zuverlässig sind. Immer. Das mag Ihnen wie Utopia vorkommen. Aber erlauben Sie sich für einen Moment diesen Traum.

Wie viel ruhiger wäre es dann in Ihrem Herzen und in Ihren Gedanken? Kein Bangen mehr, ob Zusagen eingehalten werden. Unsicherheit, Stress, Verlust… all das würde abnehmen.

Wie das gehen soll? Dazu finden Sie eine Anleitung hier. Voraussetzung ist, dass Sie verstehen, was man versprechen kann. Nur dann lassen sich Zusagen machen, die Sie 100% verlässlich einhalten.

Zuverlässigkeit beginnt im Kleinen. Wer im Kleinen nicht zuverlässig agieren kann, der wird es im Großen kaum besser machen. Wenn die Deutsche Bahn nicht zuverlässig transportiert, dann liegt das nur mittelbar an Signalstörungen. Unmittelbar ist dafür die grundlegende Haltung zu Zuverlässigkeit verantwortlich.

Wie wichtig einem Menschen, einem Unternehmen Zuverlässigkeit ist, merkt man nicht erst daran, ob die offiziellen Produkte pünktlich und in versprochener Qualität geliefert werden. Es beginnt viel früher. Es beginnt bei der Pünktlichkeit, mit der Mitarbeiter sich in Meetings einfinden; es beginnt bei der zügigen Beantwortung aller Kommunikation (Telefon, Email, Chat); es beginnt bei der Einhaltung kleiner Zusagen wie „Ich komme um 15:00h bei dir vorbei, damit wir darüber sprechen.“ oder „Das hast du morgen früh in deinem Postfach.“

Und oft beginnt Zuverlässigkeit mit einem Nein. Denn nur wer auch Nein sagen kann, der kann sich auch vor Überlastung schützen, die schon eingegangene Versprechen in Gefahr bringt.

Was passiert, wenn Sie nicht Nein sagen und ein Versprechen abgeben, das Sie sehr wahrscheinlich nicht halten können? Sie enttäuschen, Sie verspielen Vertrauen, Sie erzeugen Schaden für andere und sich selbst. Falls Sie es doch einhalten können, dann unter Stress. Oder auch, indem Sie hier und da eine Abkürzung nehmen und mehr oder weniger offensichtlich die Qualität des Zugesagten leidet – was bedeutet, dass Sie das Versprechen nicht wirklich eingehalten haben. Das werden Sie am Feedback merken, früher oder später. Dann müssen Sie nachbessern. Und das passiert immer zur Unzeit. Andere Versprechen geraten dadurch in Gefahr.

Unzuverlässigkeit ist ein Teufelskreis. Wer sich für kurzfristigen Vorteil auf sie einlässt, hat bald das Nachsehen. Unzuverlässigkeit gebiert Unzuverlässigkeit.

Deshalb ist es so wichtig, der Zuverlässigkeit wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Die Welt ist komplex genug. Wir sollten sie nicht durch Unzuverlässigkeit noch komplexer machen.

Zuverlässigkeit schafft inneren Frieden, spart Geld, macht effizienter und stärkt das Vertrauen. Dafür braucht es keine Gesetze, keine Vorstandssitzungen und kein Neujahr mit gutem Vorsatz. Jeder Einzelne kann damit beginnen. Sie können damit beginnen. Jetzt. Machen Sie mit!